Der Baum
- Fabia Mortis

- 9. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Illustration: Canva
An einem Nebelabend
Steht ein alter Baum
Ein Krähenruf tönt klagend
Durch den leeren Raum.
Er wacht getreu seit Jahren
Bei Sonne, Sturm und Regen
Sah Menschen, die einst waren
In seinem langen Leben.
Vernarbt ist sein Gefieder
Im Geäst der Nachtwind streift
Er weiß um all die Lieder
Wie ein Vögelein sie pfeift.
Das Jahr rief ihn zum Schlafe
Längst fiel sein Blattgewand
Nun träumt er an der Straße
Die Zeit als Unterpfand.
Tief in ihm ist Leben
Kalt von Frost umschmiegt
Es wird sich zartgrün regen
Wenn die erste Drossel fliegt.
